SM – Möbel der besonderen Art
In der malerischen Kleinstadt Altenburg in Thüringen tut sich Sonderbares. Im alten Fabrikgelände des ehemaligen DDR-Nähmaschinenbetriebes „Textima“ staunten Neugierige nicht schlecht, als dunkle Gestalten schweres Gerät in den verlassenen Produktionshallen aufbauten, ein professionelles Fototeam anrückte und spärlich bekleidete Mädchen in die aufgegebenen Produktionsstätten einmarschierten. Schnell war für die kleinbürgerlichen Altenburger klar: 'Hier wird heute ein Porno gedreht!'.
„Eine lustige Anekdote war das!“, lacht Heiko Menzel, Geschäftsführer der Blut und Eisen Manufaktur UG aus Altenburg. Dabei haben wir nur Produktfotos mit hübschen Models für das „Kapitel 1“ unserer neuen luxuriösen SM-Möbel-Reihe geschossen.
„Hinter dem ersten Kapitel unserer Fetish-Möbel-Reihe“, erklärt Heiko Menzel, „versteckt sich unser 'Kreuz der Offenbarung' – ein Andreaskreuz.“ Doch hinter diesem Kreuz steckt mehr, als man es von herkömmlichen Andreaskreuzen her kennt. Es handelt sich nicht nur um zwei übereinander geschraubte Bretter, sondern um ein massives ca. 350 kg schweres und freistehendes Kreuz mit ausgeklügelter Mechanik. Kettenzüge, die über Winden laufen; spezialangefertigte Metallteile; handgemachte Lederfesseln und Ledergurte und liebevoll gestaltete Details machen das Möbelstück zu etwas ganz Besonderem.
„Wir haben besonders auf Funktionalität, Design und Komfort geachtet. Unsere Möbelstücke sollen sich in jeder Hinsicht von den herkömmlichen SM-Möbeln, die so auf dem Markt herumschwirren, unterscheiden.“, sagt Menzel. Und in der Tat: wenn man das Kreuz begutachtet, könnte man meinen, dass es einem mittelalterlichen Folterkeller entstammt. Mithilfe einer Kurbel und eines eigens angefertigten Zahnrades mit Schließvorrichtung lassen sich die Kettenzüge, an denen die Handfesseln befestigt sind, hart straffen. Ein Genuss für jeden geneigten SM'ler. „Bei uns sind die Handfesseln nicht nur Makulatur. Das Opfer kann ganz in seiner Rolle aufgehen und das aufregende Gefühl des Ausgeliefertseins erleben. Denn wenn man einmal an dem Kreuz gefesselt ist, gibt es für den Gefesselten kein Entkommen.“ Ledergurte für den Oberkörpfer und die Oberschenkel, die eigens von einem professionellem Sattler angefertigt wurden, der normalerweise Geschirre für Elefanten und Zirkustiere herstellt, sorgen dennoch dafür, dass man es längere Zeit auf dem Kreuz aushalten kann. „Wir waren uns im Klaren darüber, dass unsere Materialien den härtesten Belastungen standhalten müssen. Deswegen haben wir von Anfang an auf die beste Qualität geachtet. Wir wollten keine Elemente, die man von der Stange kaufen kann, an unserem Kreuz haben.“, führt Menzel weiter aus. Und nicht nur die Lederfesseln wurden durch qualifizierte Hand geschaffen. Auch die gesamte Mechanik wurde durch einen Metall-Fachbetrieb am Computer entworfen und durch Computersimulation getestet. Bei der Holzkonstruktion wurde ebenfalls durch einen erfahrenen Fachbetrieb darauf geachtet, dass auch 100 kg schwere Personen problemlos an das Kreuz gefesselt werden können.
Diese Berücksichtigung der Qualität kommt nicht von ungefähr. Will sich doch das „Blut und Eisen“ - Team mit ihren Produkten als Marke im SM-Möbelbereich behaupten. „Wir wollen keinen weiteren Schund auf den Markt werfen“, argumentiert Menzel, „dergleichen gibt es schon genug. In erster Linie steht bei uns der Kunde im Vordergrund, die Funktionalität und der Genuss. Wir haben selbst schon zu oft die Erfahrung machen müssen, dass bestimmte Produkte in keiner Weise den Erwartungen entsprechen. Wir wissen wovon wir reden und der Kunde merkt das auch gleich.“
Diese Qualität hat allerdings auch ihren Preis. Mit einem stattlichen Preis von zwölftausend Euro ist das „Kreuz der Offenbarung“ kein Schnäppchen. „Man muss bedenken, dass unser Kreuz derartig konstruiert ist, dass es gut mehrere hundert Jahre bei entsprechender Pflege überdauern kann. Unser Produkt ist kein Wegwerfprodukt, wir haben über ein Jahr an der Realisierung des Kreuzes gearbeitet und gefeilt. Mit viel Liebe fürs Detail, viel Zeit und Geld haben wir das Kreuz nach nochmaliger einjähriger Entwicklungszeit vom Entwurf bis zur technischen Zeichnung ins Leben gerufen.
Für den, der sich das Kreuz oder andere Möbelstücke der B & E Manufaktur nicht leisten kann, gibt es dennoch die Möglichkeit, in den Genuss einer Behandlung zu kommen. Wir sind in Gesprächen mit einigen Studios, in denen unsere Stücke installiert werden sollen. Darüber hinaus sind wir daran interessiert, unsere Möbel auf Veranstaltungen und Partys unterzubringen. „Im November dieses Jahres beispielsweise wird unser Kreuz auf der 'Pain und Passion Bizarr' in der Festung Mark in Magdeburg zu sehen sein.“, sagt Menzel. Weitere Events dieser Art sind für die nächsten Jahre geplant.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Mühe, die sich das kreative Team um „Blut und Eisen“ gemacht hat, um dieses Projekt zu realisieren, auch honoriert wird. So ein Projekt erfordert viel Zeit, Engagement und Geld; das nächste Möbelstück, das „Bett der Hurerei“, ist bereits in Arbeit. Wir wünschen den Jungs von B & E viel Glück und Erfolg und hoffen, auch in Zukunft von den aufregenden Kreationen der B & E Manufaktur überrascht zu werden.